DIPEx Schweiz ist eine Forschungsgruppe des Instituts für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte der Universität Zürich sowie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften – Department Gesundheit (ZHAW). Mittels narrativer Interviews führen wir Studien über die Erfahrungen von Menschen mit Gesundheitsproblemen durch. Die Veröffentlichung dieser Erzählungen bildet als frei zugängliche Ressource eine wichtige Unterstützung für Betroffene, Familienmitglieder, medizinisches Fachpersonal und Gesundheitsberufe in Ausbildung sowie Lehrende und Forschende. Wir bieten damit die Möglichkeit zur interprofessionellen und interdisziplinären Zusammenarbeit über unterschiedliche Gesundheitsberufe hinweg und setzen uns zum Ziel, den Dialog zwischen Gesundheit, Kunst und Design innerhalb der Medical Humanities zu fördern. Die vielfach unterrepräsentierte Stimme von Betroffenen einer Krankheit kann eine treibende Kraft sein, um Veränderungen voranzutreiben. Eine systematische Sammlung von Daten bietet die Möglichkeit, diese Chance konsequent zu nutzen. Die Einbindung von Erzählungen aus der Perspektive der Betroffenen in die Lehrmaterialien ermöglicht einen Zugang beispielsweise zur Patient*innenerfahrung und damit eine niederschwellige Ergänzung zur klinischen Ausbildung am Krankenbett, wie auch für eine umfassende Gesundheitsversorgung.
Unsere Forscher sind erfahren in qualitativen Forschungsmethoden und erhalten eine akkreditierte Ausbildung in der DIPEx-Methode. Die Forscher werden von einem erfahrenen "Buddy" und einem multidisziplinären Expertenbeirat unterstützt. Primär- und Unterstützungsforscher treffen sich regelmäßig während der Datenanalyse, um die Datenvalidität und methodische Strenge zu gewährleisten.

Prof. Dr. med. Dr. phil. Nikola Biller-Andorno ist Direktorin des Instituts für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte sowie des Center for Medical Humanities der Universität Zürich. Sie leitet das PhD-Programm “Biomedical Ethics and Law” (MeF) und fungiert als Vize-Präsidentin des Klinischen Ethik-Komitees des UniversitätsSpitals Zürich. Das Jahr 2012 – 13 verbrachte sie als Gastprofessorin an der Harvard University. 2016 wurde sie zum Fellow des Collegium Helveticum gewählt.

Andrea Glässel ist seit 2017 am Institut für Biomedizinische Ethik und Geschichte der Medizin (IBME) im Team von DIPEx Swiss (Database of Individual Patient Experiences) und koordiniert das Modul zum Erleben und den Erfahrungen im Umgang Multiple Sklerose (MS) aus Sicht der Betroffenen. Neben ihrer Forschungstätigkeit am IBME ist Andrea Professorin an der Zürcher Fachhochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur an der sie Studierende aus verschiedenen Gesundheitsberufen unterrichtet. Sie ist seit 1991 ausgebildete Physiotherapeutin und arbeitete zehn Jahre in der stationären und ambulanten Neurorehabilitation. Seit ihrem Studium in Gesundheitswissenschaften forscht sie zu einem ganzheitlichen Konzept der biopsychosozialen Gesundheit, Funktionsfähigkeit und Behinderung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu dem sie 2012 ihre Doktorarbeit zur Funktionsfähigkeit und Behinderung nach Schlaganfall: Die Perspektive des Patienten und der medizinischen Fachkräfte verfasst hat.

Beatrix Göcking ist Doktorandin im Bereich biomedizinische Ethik. Seit ihrem Studium der Religionswissenschaft und Gender Studies arbeitet sie am Institut für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte. Durch ihre Ausbildung zur Intensivpflegefachfrau und ihre langjährige Tätigkeit auf verschiedenen Intensivstationen in Deutschland und der Schweiz ist sie mit der Versorgung kritisch kranker Menschen sehr vertraut. Im DIPEx-Modul zur Hirnverletzung möchte sie unter Berücksichtigung ethischer Aspekte empirisch fundiert zur Gesundheitsversorgung neurokritisch erkrankter Menschen beitragen.
Yvonne Ilg hat Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Geschichte und Populäre Kulturen in Zürich und Berlin studiert. Sie war Doktorandin im interdisziplinären Forschungsprojekt „’Schizophrenie’: Rezeption, Bedeutungswandel und Kritik eines Begriffes im 20. Jahrhundert“ und hat in ihrer Doktorarbeit die Entwicklung des Schizophreniebegriffs in der Alltagssprache von 1908 bis 2009 untersucht. Seit 2019 arbeitet sie als Seminar-Oberassistentin der Linguistik am Deutschen Seminar der Universität Zürich. Sie hat das DFG-Netzwerk >Linguistik und Medizin< und die UZH-Forschungsinitiative Language&Medicine mitbegründet, welche sie beide im Verbund koordiniert. Aktuell arbeitet sie zusammen mit Anke Maatz und Henrike Wiemer im Projekt „Drüber reden! Aber wie?“ und am Modul Psychische Gesundheit.

Dr. med. Susanne Jöbges arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Bioethik. Sie ist Fachärztin für Anästhesiologie und Intensivmedizin und hat bis März 2019 an der Charité in der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin unter Frau Prof. Dr. med. Spies als Oberärztin eine Intensivstation geleitet. Frau Dr. Susanne Jöbges hat das Studium der Medizinethik in Mainz mit einem M.A. Medizinethik abgeschlossen. Seit Mai 2019 betreut sie für DIPE.ch das Modul: Selbstbestimmung und Intensivmedizin.
Anke Maatz studierte Medizin und Philosophie an den Universitäten von München, Heidelberg, Jena und Durham (U.K.). In ihrer philosophischen Masterarbeit beschäftige sies ich mit phänomenologischer Psychopathologie der Psychosen, und in ihrer medizinischen Doktorarbeit mit experimenteller Bindungsforschung. Anschliessend an ein Projekt mit Medizinethnolog:innen zum Verständnis sog. funktionaler Erkrankungen in Durham, war sie von 2013 bis 2016 PostDoc im Projekt „’Schizophrenie’: Rezeption, Bedeutungswandel und Kritik eines Begriffes im 20. Jahrhundert“ an der Universität Zürich. Von 2016 bis 2019 wurde sie dort durch ein Forschungsstipendium von Filling-the-Gap gefördert. Sie ist Mitbegründerin und Ko-Koordinatorin der Initiative Language&Medicine an der UZH. Seit 2013 ist sie auch als Ärztin an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich tätig und leitet dort seit 2020 die Nachwuchsarbeitsgruppe ‚Humanities in Mental Health‘ . Zusammen mit Yvonne Ilg und Henrike Wiemer leitet sie das Projekt ‘Drüber reden! Aber wie?’, aus dem auch dieses Modul entwickelt wird.

Corine Mouton-Dorey konzentriert ihre Forschung auf Patientenvertretung und Verantwortlichkeit. Ihre Doktorarbeit über biomedizinische Ethik identifizierte die Bedeutung der Stimmen der Patienten in der medizinischen Praxis für eine bessere Versorgung, Vertrauen und Gerechtigkeit in der Gesundheit. Sie verfügt über praktische Erfahrungen mit Patienten sowohl als Kardiologin als auch als qualitative Forscherin. Sie unterstützt den französischsprachigen Teil des DIPEx-Projekts und arbeitet an den Möglichkeiten, den DIPEx-Prozess und die Ergebnisse mit digitaler Technologie zu bereichern.

Andrea Radvanszky ist für das DIPEx Modul Demenz verantwortlich. Sie ist Soziologin und forscht qualitativ. In ihrer Doktorarbeit «Die soziologische Diagnose Demenz», die sie an der Universität Leipzig finalisiert, untersucht sie in der intimen Pflegebeziehung die sozialen Folgen der Verstösse gegen Normalitätsannahmen, die sich auf die Identitätsbildung und soziale Zuordnungen (z. B. Grenzziehung von gesund und krank) beziehen. Im DIPEx Projekt möchte sie zu einer empirisch fundierten Demenzethik beitragen, die sich nicht am Einzelindividuum orientiert, sondern die soziale Beziehung ins Zentrum rückt.
Bettina Schwind ist seit 2019 am Institut für Biomedizinische Ethik und Geschichte der Medizin (IBME) im Team von DIPEx Schweiz tätig und realisiert das Modul «chronischer Schmerz». Das Modul geht der Frage nach, wie Menschen mit chronischen Schmerzen ihren Alltag und das Schweizer Gesundheits- und Sozialsystem erfahren. Daneben koordiniert Sie den MAS Versicherungsmedizin am Schweizer Tropen- und Public Health Institut und unterrichtet zu Themen wie qualitativer Sozialforschung und Gender und Gesundheit. In ihrer Dissertation, die sie 2016 abschloss, erforschte sie mittels einem medizin-soziologischem Ansatz unter Einbezug von einer Genderperspektive verschiedene gynäkologische Versorgungssettings in der Schweiz. Seitdem hat sie gezielt ihre Forschungskompetenzen um partizipative Forschungsansätze sowie Migration und Diversität in der Gesundheitsversorgung erweitert, wie auch in verschiedenen angewandten Forschungs- und Evaluationsprojekten umgesetzt.

Giovanni Spitale ist ein Post-Doc-Forscher an der Universität Zürich. Er studierte Philosophie und Philosophische Wissenschaften in Italien, wo er auch als Lehrer, Pädagoge und Kommunikationsexperte arbeitete. Er hat mit zahlreichen Vereinigungen zusammengearbeitet und arbeitet mit ihnen zusammen, die sich mit der Spende von Blut, Organen und Knochenmark befassen, konkreten Praktiken der Menschheit, denen er einen Großteil seiner Studien gewidmet hat und über die er zwei Bücher geschrieben hat: “Il Dono nelle Donazioni” (2015) und “Hestia” (2017). Seit Ende 2017 ist er Mitglied von DIPEx.ch als Forschungsdatenmanager und Koordinator des Moduls über die Erfahrungen junger Erwachsener mit hämato-onkologischen Erkrankungen tätig.

Mirriam Tyebally Fang ist Doktorandin in Bioethik an der Universität Zürich. Zuvor hat sie in Singapur Medizin studiert und danach im öffentlichen Gesundheitssystem gearbeitet. Ausserdem war sie beteiligt an der Entwicklung des Anatomie-Curriculums ihrer Universtität. Mirriam ist seit Beginn bei DIPEX.ch dabei und leitet das Modul über Schwangerschaftserfahrungen in der Schweiz.

Sebastian Wäscher ist Postdoktorand im Bereich Bioethik. Nach dem Studium der Kommunikationswissenschaft, Philosophie und Soziologie an der Universität Münster wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medizinethik und Geschichte der Medizin in Bochum. Seit 2015 ist er Mitglied des Instituts für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin in Zürich und seit 2019 Mitglied der DIPEx-Gruppe. Sebastian hat in den letzten Jahren eine ausgewiesene Expertise in qualitativen Forschungsmethoden erworben. Er forschte in verschiedenen Bereichen der biomedizinischen Ethik, wie z.B. personalisierte Medizin, Entscheidungsfindung am Lebensende, methodische Fragen der empirischen Ethik, Evaluation von klinisch-ethischen Unterstützungsleistungen, wissenschaftlicher Verantwortung, Schwangerschaft und pränatale Testung sowie wissenschaftliche Integrität. Seit 2021 ist er Koordinator des DIPEx-Moduls zu seltenen Krankheiten.
Henrike Wiemer wurde zum ersten Mal 1998, im Alter von 14 Jahren, in Deutschland psychiatrisch hospitalisiert. Es folgten viele Abklärungen und Psychiatrieaufenthalte, bis bei Henrike mit 18 schliesslich die Diagnose einer paranoiden Schizophrenie gestellt wurde. Seit dem erlebte sie etliche psychotische Episoden und viele psychiatrische Hospitalisationen – es gab aber auch Phasen, in denen sie weitgehend symptomfrei lebte. In diesen Intervallen machte Henrike Matura, zog in die Schweiz und schloss 2016 ihr Studium der Germanistik und Psychologie an der Universität Zürich mit einem BA ab. Seit 2017 arbeitet Henrike als selbständige Deutschlehrerin. Henrike war schon immer daran interessiert, ihre Erfahrungen mit Schizophrenie zu teilen und diese Erfahrungen in die Schizophrenieforschung einzubringen. Seit 2018 ist sie am Projekt ‘Drüber reden! Aber wie?’ beteiligt. Im Rahmen dieses Projekts hat sie in einem narrativen Interview selbst ihre Erfahrungen mit ihrer Erkrankung geteilt und begonnen, sich für die Frage zu interessieren, wie psychotische Erfahrungen in Worte gefasst werden können. Ausserdem interessiert sie sich dafür, welche Erfahrungen andere Menschen mit dem Reden über psychische Erkrankungen gemacht haben.
Kristina Würth ist Ethnologin und Medizinethikerin. Im Oktober 2020 hat sie bei DIPEx begonnen. Nach dem Ethnologiestudium in Basel, hat sie ein PhD im Fach Medizinethik absolviert. In ihrer Doktorarbeit hat sie anhand eines ethnografischen Ansatzes Perspektiven auf gemeinsam erlebte Kommunikation und Interaktion von Patientinnen und Patienten türkischer und albanischer Herkunft und Behandelnden untersucht. Nach dem Doktorat hat sie als Post-Doktorandin in der Abteilung Klinische Ethik des Universitätsspital Basel (USB) gearbeitet und hauptsächlich im Bereich Ethikkonsultationen bei Patienten diverser Herkunft geforscht. Seit 2021 ist sie im CHUV, in der "Unité d'Éthique Clinique", tätig.
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