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Brunner (Betroffene und Angehörige, Partnerin)

Im Alter von 27 Jahren erlitt Frau Brunner aufgrund einer Gerinnungsstörung einen Schlaganfall, in dem ein Gefäss durch ein Blutgerinnsel verschlossen wurde (Sinusvenenthrombose). Auf der Rückreise von einem Städtetrip traten plötzlich starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und ausgeprägte Müdigkeit auf. Daheim angekommen, schlief sie über 48 Stunden und hielt die Beschwerden zunächst für eine Magenverstimmung. Auch der Notdienst bewertete die Symptome nicht als neurologischen Notfall und schickte sie wieder nach Hause. Als sie später auf dem WC zur Seite kippte und Unterstützung ihres Mannes benötigte, rief er den Notruf. Erst nachdem ein Neurologe hinzugezogen worden war, wurden weiterführende Untersuchungen eingeleitet. Rückblickend wurde ihr bewusst, dass sie sich in einer lebensbedrohlichen Situation befand. Während der Rehabilitation standen vor allem kognitive Einschränkungen im Vordergrund. Sie musste ihre geistigen Fähigkeiten Schritt für Schritt wieder aufbauen wobei sie besonders von der neuropsychologischen Therapie profitierte. Vor dem Schlaganfall arbeitete Frau Brunner als Pflegefachfrau. Nach ihrer Rehabilitation wechselte sie in eine Stelle als Stationskoordinatorin und Disponentin, die ihr eine besser planbare Arbeitsstruktur ermöglichte – eine Umstellung, die sie anfangs als anspruchsvoll erlebte. Frau Brunner beschreibt sich als Person, die schon immer viel Zeit für sich brauchte. Dieses Bedürfnis hat sich seit dem Schlaganfall verstärkt: Nach intensiven Reizen im Alltag benötigt sie Ruhepausen und plant soziale Aktivitäten so, dass sie danach ausreichend Erholungszeit hat. In ihrer Freizeit beobachtet sie gerne Vögel, liest und kocht. Das Interview fand gemeinsam mit ihrem Mann in den Räumlichkeiten der Universität statt. Da Herr Brunner ebenfalls von einer Hirnverletzung betroffen ist, wird seine Erfahrung in einem eigenen Profil dargestellt. Frau Brunner war zum Zeitpunkt des Interviews 44 Jahre alt.

TEXT

Erwartungen aus dem Umfeld

Frau Brunner empfindet es als unangenehm, wenn ihr Umfeld nach der beruflichen oder finanziellen Situation ihres Mannes fragt. Gleichzeitig sieht sie einen Vorteil darin, dass sie arbeiten geht und ihr Mann dank der Invalidenversicherung den Haushalt übernimmt.

TRANSKRIPTION

Ja habe ich jetzt auch gleich ein wenig überlegt, aber - also was vielleicht am Anfang war - also am Anfang eben ich - ich ging arbeiten, mein Mann war zuhause, so ein wenig die Erwartung ja was sagt man dann den Leuten, wenn sie fragen: Ja was macht denn dein Mann? Also das ist ja immer so die Frage, was will man sagen? Also ja er hat IV oder er hat - ja am Anfang haben wir ein wenig gelogen also ja - manchmal heute noch ein wenig, aber - aber schliesslich konnte ich sagen, eigentlich geht es ja nur ihn und mich etwas an, wie wir quasi die Finanzen - wie wir die am Laufen halten. Und für mich hat es jetzt auch natürlich riesige Vorteile, weil ich kann arbeiten und eigentlich der Haushalt zuhause wird gemacht.

Weitere Erfahrungen von Brunner (Betroffene und Angehörige, Partnerin)

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Brunner (Betroffene und Angehörige, Partnerin)

Im Alter von 27 Jahren erlitt Frau Brunner aufgrund einer Gerinnungsstörung einen Schlaganfall, in dem ein Gefäss durch ein Blutgerinnsel verschlossen wurde (Sinusvenenthrombose). Auf der Rückreise von einem Städtetrip traten plötzlich starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und ausgeprägte Müdigkeit auf. Daheim angekommen, schlief sie über 48 Stunden und hielt die Beschwerden zunächst für eine Magenverstimmung. Auch der Notdienst bewertete die Symptome nicht als neurologischen Notfall und schickte sie wieder nach Hause. Als sie später auf dem WC zur Seite kippte und Unterstützung ihres Mannes benötigte, rief er den Notruf. Erst nachdem ein Neurologe hinzugezogen worden war, wurden weiterführende Untersuchungen eingeleitet. Rückblickend wurde ihr bewusst, dass sie sich in einer lebensbedrohlichen Situation befand. Während der Rehabilitation standen vor allem kognitive Einschränkungen im Vordergrund. Sie musste ihre geistigen Fähigkeiten Schritt für Schritt wieder aufbauen wobei sie besonders von der neuropsychologischen Therapie profitierte. Vor dem Schlaganfall arbeitete Frau Brunner als Pflegefachfrau. Nach ihrer Rehabilitation wechselte sie in eine Stelle als Stationskoordinatorin und Disponentin, die ihr eine besser planbare Arbeitsstruktur ermöglichte – eine Umstellung, die sie anfangs als anspruchsvoll erlebte. Frau Brunner beschreibt sich als Person, die schon immer viel Zeit für sich brauchte. Dieses Bedürfnis hat sich seit dem Schlaganfall verstärkt: Nach intensiven Reizen im Alltag benötigt sie Ruhepausen und plant soziale Aktivitäten so, dass sie danach ausreichend Erholungszeit hat. In ihrer Freizeit beobachtet sie gerne Vögel, liest und kocht. Das Interview fand gemeinsam mit ihrem Mann in den Räumlichkeiten der Universität statt. Da Herr Brunner ebenfalls von einer Hirnverletzung betroffen ist, wird seine Erfahrung in einem eigenen Profil dargestellt. Frau Brunner war zum Zeitpunkt des Interviews 44 Jahre alt.

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Brunner (Betroffene und Angehörige, Partnerin)

Frau Brunner dachte, sie hätte eine Lebensmittelvergiftung

Frau Brunner hatte einen Schlaganfall. Sie wollte nur schlafen, da sie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Übelkeit hatte. Sie ging erst nach ein paar Tagen zum ärztlichen Dienst.

Krankheitserleben

Schädigung des Gehirns

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Brunner (Betroffene und Angehörige, Partnerin)

Schmerzen, Kontrollverlust und Hilflosigkeit während eines epileptischen Anfalls

Frau Brunner berichtet von einem epileptischen Anfall, den sie nach ihrem Schlaganfall bewusst miterlebte. Der Anfall stellte für sie eine belastende Komplikation dar, die mit intensiven Schmerzen, einem Gefühl des Kontrollverlusts und tiefer Hilflosigkeit einherging. Diese subjektiven Eindrücke verdeutlichen die emotionale und körperliche Dimension solcher neurologischen Folgeerscheinungen.

Krankheitserleben

Schädigung des Gehirns

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Brunner (Betroffene und Angehörige, Partnerin)

Therapie, Arztbesuche und eine feste Tagesstruktur

Am Anfang ihrer Genesung ging Frau Brunner regelmässig zur Physio- und Ergotherapie. Ausserdem musste sie oft zum Hausarzt, um Bluttests machen zu lassen. Damit ihr Tag eine feste Struktur bekam, stellte sie sich jeden Morgen den Wecker auf acht Uhr und stand pünktlich auf.

Ablauf nach einer akuten Hirnverletzung

Schädigung des Gehirns

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Brunner (Betroffene und Angehörige, Partnerin)

Frau Brunner profitierte besonders von der neuropsychologischen Therapie

Um ihre Arbeitsfähigkeit wiederzuerlangen, nahm Frau Brunner vor allem an physiotherapeutischen und neuropsychologischen Behandlungen teil. In der Neuropsychologie trainierte sie gezielt kognitive Fähigkeiten, die sie für ihren beruflichen Alltag benötigt – zum Beispiel beim Erstellen von Dienstplänen.

Ablauf nach einer akuten Hirnverletzung

Schädigung des Gehirns

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Brunner (Betroffene und Angehörige, Partnerin)

Wahrung der Intimsphäre

Bei der Einlage eines Blasenkatheters achtete die zuständige Pflegefachperson besonders auf die Wahrung der Privatsphäre. Sie bat den anwesenden Arzt, den Raum zu verlassen, um der Patientin mehr Intimsphäre zu gewähren.

Ablauf nach einer akuten Hirnverletzung

Schädigung des Gehirns

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Brunner (Betroffene und Angehörige, Partnerin)

Der Geruch von Desinfektionsmitteln triggert die Erinnerung an die Intensivstation

Frau Brunner erinnert sich an verschiedene Eindrücke von ihrem Aufenthalt auf der Intensivstation – darunter auch innere Bilder, die sie mit geschlossenen Augen wahrnahm.Besonders präsent ist ihr bis heute der Geruch von Desinfektionsmitteln, der sie unmittelbar an diese Zeit erinnert. Als ausgebildete Pflegefachfrau nahm sie ihre Umgebung auch aus professioneller Perspektive wahr und beobachtete ihr Umfeld mit pflegerischem Blick.

Ablauf nach einer akuten Hirnverletzung

Schädigung des Gehirns

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Brunner (Betroffene und Angehörige, Partnerin)

Betroffene sind oft Expert:innen zu ihrem Krankheitsbild

Frau Brunner fühlte sich von ihren behandelnden Ärztinnen abgewertet, da diese davon ausgingen, dass sie als Pflegefachfrau aus einem anderen Fachgebiet «eh keine Ahnung» habe.

Entscheidungsfindung

Schädigung des Gehirns

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Brunner (Betroffene und Angehörige, Partnerin)

«Sie hat mir das ganz plausibel erklärt»

Während der hämatologischen Sprechstunde wurde Frau Brunner ausführlich beraten. Diese Beratung half ihr, trotz ihrer Angst vor möglichen Nebenwirkungen verordneter Medikamente Vertrauen in die Behandlung zu gewinnen.

Entscheidungsfindung

Schädigung des Gehirns

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Brunner (Betroffene und Angehörige, Partnerin)

Vom Verdacht auf Lebensmittelvergiftung zur Notfallversorgung

Frau Brunner ging zunächst in eine lokale Arztpraxis, weil sie dachte, sie habe eine Lebensmittelvergiftung (siehe «Event»). Als sich ihr Zustand verschlechterte, rief ihr Mann den Notruf an. Am Telefon musste er darauf bestehen, dass ein Rettungsdienst zu ihnen kommt, nachdem dieser zunächst empfohlen hatte, am nächsten Tag den Hausarzt aufzusuchen.

Entscheidungsfindung

Schädigung des Gehirns

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Brunner (Betroffene und Angehörige, Partnerin)

Erwartungen aus dem Umfeld

Frau Brunner empfindet es als unangenehm, wenn ihr Umfeld nach der beruflichen oder finanziellen Situation ihres Mannes fragt. Gleichzeitig sieht sie einen Vorteil darin, dass sie arbeiten geht und ihr Mann dank der Invalidenversicherung den Haushalt übernimmt.

Auswirkung für Angehörige

Schädigung des Gehirns

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Brunner (Betroffene und Angehörige, Partnerin)

Wenn Erschöpfung zu Spannungen führt

Nach einem Arbeitstag ist Frau Brunner oft reizüberflutet und möchte zu Hause ihre Ruhe haben. Das führt dazu, dass sich ihr Mann manchmal zurückgesetzt fühlt.

Auswirkung für Angehörige

Schädigung des Gehirns

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Brunner (Betroffene und Angehörige, Partnerin)

Depression als unsichtbare Beeinträchtigung

Frau Brunner beschreibt, dass sie seit dem Schlaganfall emotional weniger stabil ist. Da es ihr wichtig ist, bei der Arbeit immer ihr Bestes zu geben, belastet es sie, dass eine solche unsichtbare Beeinträchtigung ihren Alltag bestimmt.

Herausforderungen nach einer Schädigung des Gehirns

Schädigung des Gehirns

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Brunner (Betroffene und Angehörige, Partnerin)

Balance zwischen beruflicher Neuausrichtung und Ruhezeiten

Nach ihrem Schlaganfall erhielt Frau Brunner die Möglichkeit, auf einer Koordinationsstelle in der Pflege zu arbeiten. Später wechselte sie wieder in die direkte Pflege zurück. Da sie mehr Ruhezeiten als früher benötigt, entschied sie sich, ihr Arbeitspensum auf 80 Prozent zu reduzieren, um einen zusätzlichen Ruhetag zu haben.

Herausforderungen nach einer Schädigung des Gehirns

Schädigung des Gehirns

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Brunner (Betroffene und Angehörige, Partnerin)

Transparenz am Arbeitsplatz

An ihrer neuen Arbeitsstelle war es Frau Brunner wichtig, ihre Chefin über ihre Krankengeschichte zu informieren. In Mitarbeiter:innengesprächen holt sie sich regelmässig Feedback dazu ein, ob Auffälligkeiten wahrgenommen werden. Sie weist dabei eine kontinuierlich gute Arbeitsqualität auf.

Herausforderungen nach einer Schädigung des Gehirns

Schädigung des Gehirns

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