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Keller (Betroffener und Angehöriger, Sohn)

Herr Keller war zum Zeitpunkt des Interviews 60 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Seine Lebensgeschichte ist stark geprägt von einem schweren Schädel-Hirn-Trauma, das er im Alter von 23 Jahren bei einem Autounfall erlitt. Nach dem Koma erwachte er mit einem Gefühl tiefer Erschöpfung, Konzentrationsstörungen und völliger Abhängigkeit. Diese Phase war für ihn emotional belastend – er verlor seine Lebensfreude und seine damalige Beziehung und musste grundlegende Fähigkeiten neu erlernen. Ein Wendepunkt in seinem Leben war die Begegnung mit seiner heutigen Ehefrau, durch die er neuen Lebenssinn fand. In den folgenden Jahrzehnten setzte er sich intensiv mit der Funktion des Gehirns auseinander, was nicht nur Teil seiner persönlichen Verarbeitung war, sondern auch zu einem starken Engagement führte. Heute engagiert sich Herr Keller in einer Organisation für Menschen mit Hirnverletzungen. Dort bringt er seine Erfahrungen ein und organisiert unter anderem eine Nordic-Walking-Gruppe, die Betroffenen hilft, körperlich aktiv zu bleiben und soziale Kontakte zu pflegen. Ein weiteres einschneidendes Ereignis war der Hirnschlag seines Vaters im Jahr 2020 – mitten im Lockdown der COVID-19-Pandemie. Trotz der geltenden Besuchsverbote entschied sich Herr Keller, seinen Vater mit all seinen eigenen Erfahrungen zu unterstützen. Er besuchte ihn regelmässig und half aktiv bei der Mobilisation – etwa beim Übergang vom Rollstuhl zum Gehen. Zum Zeitpunkt des Interviews lebte der inzwischen 88-jährige Vater mit gewissen Einschränkungen wieder in seiner eigenen Wohnung. Das Interview mit Herrn Keller fand 2023 bei ihm zu Hause statt.

VIDEO

Erfahrungen weitergeben und Wissen aufbauen

Herr Keller fühlt sich gestärkt, wenn er merkt, dass seine Erfahrungen anderen helfen. Deshalb gründete er zwei Selbsthilfegruppen für Betroffene. Gleichzeitig unterstützte er seinen Vater dabei, wieder selbstständig zu werden. Im Laufe der Jahre hat er sich ein umfassendes Wissen über Hirnverletzungen angeeignet.

Video-Interview

TRANSKRIPTION

E: Heute unterstütze ich Mitbetroffene und gründete bei (Organisation_1) (Kanton_2), (Kanton_1, Region_1) das Nordic Walking und leite zwei Gruppen. Eine in (Ort_4) und die andere in (Ort_7). Im Weiteren befasse ich mich mit dem Organ Gehirn und lerne über die Hirnforschung (145) --- E: Und da - das ist für mich - das ist für mich auch Erfolg. Und das ist das, was mir f- fehlt - fehlt. Ich brauche Erfolg. Ich brauche Aufgaben, wie es in einen Porträt steht. Ich kann sehr viel erzählen. Ich bin durch so viele Stationen gelaufen. Ich ha- wo ich heute sehe - auf Anhieb sehe wie beim Vater, wie der sich entwickeln kann. Ich habe gesehen, He- komplette Hemiplegie, im Rollstuhl, wie ich ge- sagte. Ich hatte ihn gestossen (geschoben). Und ich sah, jetzt kann er laufen, nahm ihn a- ich nahm ihn in der Rehaklinik aus dem Rollstuhl. Ja. Weil ich gesehen habe, jetzt kann er laufen. Heute darf ich sagen, habe ich Erfahrungen.

Weitere Erfahrungen von Keller (Betroffener und Angehöriger, Sohn)

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Keller (Betroffener und Angehöriger, Sohn)

Herr Keller war zum Zeitpunkt des Interviews 60 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Seine Lebensgeschichte ist stark geprägt von einem schweren Schädel-Hirn-Trauma, das er im Alter von 23 Jahren bei einem Autounfall erlitt. Nach dem Koma erwachte er mit einem Gefühl tiefer Erschöpfung, Konzentrationsstörungen und völliger Abhängigkeit. Diese Phase war für ihn emotional belastend – er verlor seine Lebensfreude und seine damalige Beziehung und musste grundlegende Fähigkeiten neu erlernen. Ein Wendepunkt in seinem Leben war die Begegnung mit seiner heutigen Ehefrau, durch die er neuen Lebenssinn fand. In den folgenden Jahrzehnten setzte er sich intensiv mit der Funktion des Gehirns auseinander, was nicht nur Teil seiner persönlichen Verarbeitung war, sondern auch zu einem starken Engagement führte. Heute engagiert sich Herr Keller in einer Organisation für Menschen mit Hirnverletzungen. Dort bringt er seine Erfahrungen ein und organisiert unter anderem eine Nordic-Walking-Gruppe, die Betroffenen hilft, körperlich aktiv zu bleiben und soziale Kontakte zu pflegen. Ein weiteres einschneidendes Ereignis war der Hirnschlag seines Vaters im Jahr 2020 – mitten im Lockdown der COVID-19-Pandemie. Trotz der geltenden Besuchsverbote entschied sich Herr Keller, seinen Vater mit all seinen eigenen Erfahrungen zu unterstützen. Er besuchte ihn regelmässig und half aktiv bei der Mobilisation – etwa beim Übergang vom Rollstuhl zum Gehen. Zum Zeitpunkt des Interviews lebte der inzwischen 88-jährige Vater mit gewissen Einschränkungen wieder in seiner eigenen Wohnung. Das Interview mit Herrn Keller fand 2023 bei ihm zu Hause statt.

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Keller (Betroffener und Angehöriger, Sohn)

«Da bist Du ein Säugling»

Herr Keller beschreibt das Erwachen aus dem Koma als einen Prozess der schrittweisen Orientierung, begleitet von überwältigender Müdigkeit. In seiner Erzählung wechselt er zwischen Phasen der gefühlten Funktionsfähigkeit und Momenten tiefen Unvermögens. Auffällig ist der Wechsel zwischen der ersten und zweiten Person Singular in seiner Darstellung, was als Hinweis darauf interpretiert werden kann, dass die Erfahrung emotional so belastend war, dass sie für das Individuum kaum tragbar erschien. Dieser Perspektivwechsel kann als Ausdruck innerer Distanzierung und psychischer Schutzmechanismen interpretiert werden.

Ablauf nach einer akuten Hirnverletzung

Schädigung des Gehirns

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Keller (Betroffener und Angehöriger, Sohn)

Herr Keller erhielt eine Sonderbewilligung

Herr Keller setzte sich während der Pandemie dafür ein, den Vater trotz eines Besuchsverbots persönlich in der Rehaklinik zu unterstützen.

Ablauf nach einer akuten Hirnverletzung

Schädigung des Gehirns

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Keller (Betroffener und Angehöriger, Sohn)

Man muss die Fähigkeiten entdecken und fördern

Herr Keller spricht sich deutlich für eine bessere Integration von Menschen mit Beeinträchtigungen in das Berufsleben aus. Seine Aussage unterstreicht die gesellschaftliche Relevanz von Inklusion und verweist auf die Notwendigkeit, bestehende Unterstützungsangebote weiter zu verbessern.

Ablauf nach einer akuten Hirnverletzung

Schädigung des Gehirns

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Keller (Betroffener und Angehöriger, Sohn)

«Es war für mich ein Erfolg. Ich durfte dabei sein»

Herr Keller beschreibt, wie wichtig es ihm als Angehöriger ist, aktiv am medizinischen Austausch mitzuwirken. Um gut vorbereitet zu sein, eignet er sich gezielt Wissen zu relevanten Themen an. Wenn es die Situation erfordert, setzt er sich auch für eine Ausnahmeregelung ein, etwa für eine Besuchsbewilligung während der Pandemie.

Entscheidungsfindung

Schädigung des Gehirns

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Keller (Betroffener und Angehöriger, Sohn)

Herr Keller wünscht sich einen Arzt oder eine Ärztin als feste Ansprechperson

Herr Keller betont, wie wichtig es ihm ist, dass eine Ärztin oder ein Arzt den gesamten Genesungsprozess begleitet.

Entscheidungsfindung

Schädigung des Gehirns

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Keller (Betroffener und Angehöriger, Sohn)

«Du musst mit einem anderen Menschen rechnen»

Im Gespräch mit seiner Mutter bereitet Herr Keller sie darauf vor, dass sich die Persönlichkeit ihres Mannes nach dem Schlaganfall verändern könnte. Er möchte, dass sie darauf eingestellt ist, dass bestimmte Wesenszüge nicht mehr so sein werden wie früher.

Identität

Schädigung des Gehirns

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Keller (Betroffener und Angehöriger, Sohn)

Herr Keller sieht seine positive Entwicklung

Herr Keller blickt heute positiv auf sein Leben. Er sieht, was er alles erreicht hat. Ein Beispiel: Er kann dieses Interview geben. Für ihn zeigt das, wie viel Entwicklung in den letzten Jahren möglich war. Im Gespräch wird deutlich, dass er sich intensiv mit den Veränderungen in seinem Gehirn auseinandergesetzt hat. Heute möchte er seine Erfahrungen und sein Wissen nutzen, um anderen zu helfen.

Lehre und Strategien

Schädigung des Gehirns

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Keller (Betroffener und Angehöriger, Sohn)

Erfahrungen weitergeben und Wissen aufbauen

Herr Keller fühlt sich gestärkt, wenn er merkt, dass seine Erfahrungen anderen helfen. Deshalb gründete er zwei Selbsthilfegruppen für Betroffene. Gleichzeitig unterstützte er seinen Vater dabei, wieder selbstständig zu werden. Im Laufe der Jahre hat er sich ein umfassendes Wissen über Hirnverletzungen angeeignet.

Lehre und Strategien

Schädigung des Gehirns

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Keller (Betroffener und Angehöriger, Sohn)

Sicherheit beim selbstständigen Training

Nach dem Schlaganfall seines Vaters übte er mit ihm regelmässig Nordic Walking. Nach einiger Zeit konnte der Vater wieder allein in den Wald gehen. Herr Keller möchte jedoch sicherstellen, dass sein Vater unterwegs erreichbar ist, um im Notfall Hilfe rufen zu können.

Lehre und Strategien

Schädigung des Gehirns

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Keller (Betroffener und Angehöriger, Sohn)

Jetzt braucht es mich

Als sein Vater einen Schlaganfall hatte, nahm er das Ruder in die Hand.

Auswirkung für Angehörige

Schädigung des Gehirns

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Keller (Betroffener und Angehöriger, Sohn)

Hilflosigkeit und Überforderung

Herr Keller beschreibt die Überforderung seiner engsten Angehörigen, insbesondere dann, wenn sie die Situation nicht einordnen können.

Auswirkung für Angehörige

Schädigung des Gehirns

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Keller (Betroffener und Angehöriger, Sohn)

Emotionale Höhen und Tiefen

Herr Keller berichtet von den emotionalen Höhen und Tiefen, die er nach seiner traumatischen Hirnverletzung erlebe. Diese Zeit war geprägt von Suizidversuchen, seiner Rehabilitation, der Trennung von seiner damaligen Beziehung sowie dem Wiedereinstieg ins Berufsleben. Heute weiss er, dass jede Hirnverletzung psychische Folgen haben kann.

Herausforderungen nach einer Schädigung des Gehirns

Schädigung des Gehirns

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Keller (Betroffener und Angehöriger, Sohn)

«Ich fühle mich heute wacher»

Herr Keller hat sich intensiv mit Hirnverletzungen und deren Folgen auseinandergesetzt. Rund 30 Jahre nach seinem Unfall gibt er an, sich «wacher» zu fühlen, da sich neue Verbindungen bilden konnten.

Herausforderungen nach einer Schädigung des Gehirns

Schädigung des Gehirns

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