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López (Betroffener)

Im Alter von 23 Jahren erlitt Herr López eine Hirnblutung. Er wachte mit starken Kopfschmerzen auf, konnte sich noch krankmelden und den Notdienst rufen, bevor er das Bewusstsein verlor. Nach der Operation lag er einen Monat auf der Intensivstation, danach folgten Aufenthalte in einer Rehaklinik, der Akutpsychiatrie und im begleiteten Wohnen. Dort lernt er grundlegende Fähigkeiten wie Laufen, sich waschen und Einkaufen neu. Die Hirnverletzung beschädigt seinen Sehnerv, sodass er nur noch rund 5 % Sehkraft hat und seine Umgebung wie durch Milchglas wahrnimmt. Im betreuten Wohnen für Menschen mit Hirnverletzungen und Sehbeeinträchtigung erlangt er eine gewisse Selbstständigkeit. Zum Zeitpunkt des Interviews lebt er in einer eigenen Wohnung und wird von einem Blindenführhund begleitet. Ausgeprägte Gedächtnisstörungen, darunter Blackouts (Momente der mentalen Abwesenheit) während Therapien oder in öffentlichen Verkehrsmitteln, machten eine intensive Begleitung notwendig. Er erhielt verschiedene therapeutische Ansätze, darunter eine neuropsychologische Therapie, deren Übungen er täglich fortsetzt. Wegen seiner Sehschwäche kam es auch zu gefährlichen Situationen – einmal stürzt er bei einem Unfall mit der Tram. Vor der Hirnverletzung arbeitete Herr López unter anderem als Geldtransportfahrer. In dieses Leben kann er nicht zurückkehren. Er lebt von der Invalidenversicherung und einem Erbe. Sein Alltag ist geprägt von langen Spaziergängen mit seinem Hund, Sport im Fitnessstudio und Schwimmen. Familie und Freunde spielen eine wichtige Rolle. Durch sein Schicksal fand er zum Glauben und baute sich in einer christlichen Gemeinschaft ein stabiles Umfeld auf, das ihm Halt und soziale Kontakte bietet. Im Interview erzählt er, wie er Einkäufe bewältigt, bei bürokratischen Aufgaben Unterstützung erhält und von seinem Ziel, alt zu werden. Das Interview fand in den Räumlichkeiten der Universität statt. Zum Zeitpunkt des Interviews war Herr López 29 Jahre alt.

VIDEO

Akzeptanz und Bewegung

Herr López hat gelernt, seine Situation zu akzeptieren. Diese Akzeptanz hilft ihm, damit umzugehen, dass er durch die Hirnverletzung manchmal verwirrt ist. Dadurch kann er heute auch über sich selbst lachen. Bewegung tut ihm ebenfalls gut. Besonders freut er sich darüber, einen Trainer gefunden zu haben, der selbst auf einen Blindenführhund angewiesen ist.

Video-Interview

TRANSKRIPTION

Also ich meinte immer, dass ich einmal wieder zurück in mein altes Leben kann. Das war mir lange nicht bewusst eigentlich. Und das ist bei den meisten Hirnverletzen so, dass sie eigentlich das Gefühl haben, sie werden irgendeinmal wieder gesund werden und können wieder zurück. Darum werden die meisten ai- in der - werden psychisch erkrankt, weil sie das Gefühl haben, sie werden wieder so wie früher, aber es wird nicht so wie früher. Aber wenn man das einmal akzeptiert, dass es nicht so wird wie früher und wirklich leben kann, dann - dann geht es. Ich war wirklich einfach geistig weg. Dann kam mich wieder jemand holen und ja. Das heisst, ich habe komplett alles vergessen, dass ich jetzt im Therapieraum war. Ja. Aber ich habe - ich habe ja - für mich habe ich immer gewusst, ich bin hirnverletzt, das ist einfach so. Ich bin halt ab und zu verwirrt. Und darum bin ich klargekommen, weil ich weiss, es passiert halt manchmal. Und dann lache ich darüber. Das ist einfach - es ist schon speziell. Ich habe einen Fitnesstrainer kennengelernt, der ist von Geburt an sehbehindert, hat auch einen Blindenführhund. Und dann haben wir uns zufällig kennengelernt, weil er die Hundebefehle verwendet hat und ich gehört habe, dass er einen Führerhund hat. Und dann haben wir angefangen zu reden und dann sagte er, er ist Fitnesstrainer. Ich so, ja, das habe ich schon lange gesucht. Und jetzt gehe ich - schon seit zwei Monaten gehe ich jetzt zu ihm ins Fitnesstraining, also um Kraft- Krafttraining zu machen, zweimal in der Woche. Schwimmen gehe ich auch sehr gerne. Ich gehe zweimal in der Woche schwimmen, am Dienstag und Donnerstag. Ja, und ich bin wirklich immer unterwegs. Es wurde mir noch nie langweilig.

Weitere Erfahrungen von López (Betroffener)

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López (Betroffener)

Im Alter von 23 Jahren erlitt Herr López eine Hirnblutung. Er wachte mit starken Kopfschmerzen auf, konnte sich noch krankmelden und den Notdienst rufen, bevor er das Bewusstsein verlor. Nach der Operation lag er einen Monat auf der Intensivstation, danach folgten Aufenthalte in einer Rehaklinik, der Akutpsychiatrie und im begleiteten Wohnen. Dort lernt er grundlegende Fähigkeiten wie Laufen, sich waschen und Einkaufen neu. Die Hirnverletzung beschädigt seinen Sehnerv, sodass er nur noch rund 5 % Sehkraft hat und seine Umgebung wie durch Milchglas wahrnimmt. Im betreuten Wohnen für Menschen mit Hirnverletzungen und Sehbeeinträchtigung erlangt er eine gewisse Selbstständigkeit. Zum Zeitpunkt des Interviews lebt er in einer eigenen Wohnung und wird von einem Blindenführhund begleitet. Ausgeprägte Gedächtnisstörungen, darunter Blackouts (Momente der mentalen Abwesenheit) während Therapien oder in öffentlichen Verkehrsmitteln, machten eine intensive Begleitung notwendig. Er erhielt verschiedene therapeutische Ansätze, darunter eine neuropsychologische Therapie, deren Übungen er täglich fortsetzt. Wegen seiner Sehschwäche kam es auch zu gefährlichen Situationen – einmal stürzt er bei einem Unfall mit der Tram. Vor der Hirnverletzung arbeitete Herr López unter anderem als Geldtransportfahrer. In dieses Leben kann er nicht zurückkehren. Er lebt von der Invalidenversicherung und einem Erbe. Sein Alltag ist geprägt von langen Spaziergängen mit seinem Hund, Sport im Fitnessstudio und Schwimmen. Familie und Freunde spielen eine wichtige Rolle. Durch sein Schicksal fand er zum Glauben und baute sich in einer christlichen Gemeinschaft ein stabiles Umfeld auf, das ihm Halt und soziale Kontakte bietet. Im Interview erzählt er, wie er Einkäufe bewältigt, bei bürokratischen Aufgaben Unterstützung erhält und von seinem Ziel, alt zu werden. Das Interview fand in den Räumlichkeiten der Universität statt. Zum Zeitpunkt des Interviews war Herr López 29 Jahre alt.

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López (Betroffener)

Mein Kopf explodiert

Herr López rief noch bei der Arbeit an, um sich krank zu melden, bevor er das Bewusstsein verlor.

Krankheitserleben

Schädigung des Gehirns

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López (Betroffener)

Kommunikationsbarrieren und Beeinträchtigungen der Wahrnehmung

Herr López verlor infolge einer Hirnblutung sein Sehvermögen. In dem Interview berichtet er, dass er nicht in der Lage war, seinen Sehverlust zu kommunizieren. Aus der akuten Phase liegen Fotografien vor, die ihn mit einem Buch im Bett zeigen – ein Bild, das im Kontrast zu seiner tatsächlichen Wahrnehmung steht. Diese Erfahrung verweist auf die tiefgreifende Diskrepanz zwischen äusserer Darstellung und innerem Erleben. Sensorische Einschränkung und Kommunikationsbarrieren können in der Frühphase neurologischer Erkrankungen herausfordernd sein.

Krankheitserleben

Schädigung des Gehirns

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López (Betroffener)

Suizidgedanken brachten ihn in die Psychiatrie

Herr López wurde in der subakuten Phase seiner Erkrankung zweimal als suizidgefährdet eingestuft. Der erste Vorfall ereignete sich, als er versuchte, sich durch das Aufkratzen der Pulsader selbst zu verletzen. Beim zweiten Mal informierte er sich aktiv über Möglichkeiten der Sterbehilfe. In beiden Fällen erfolgte eine Zwangsverlegung in eine psychiatrische Klinik. Rückblickend äussert Herr López klar, dass er nie wieder in die Psychiatrie eingeliefert werden möchte.

Ablauf nach einer akuten Hirnverletzung

Schädigung des Gehirns

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López (Betroffener)

Erste Begegnung mit dem Blindenführhund

Herr López berichtet, wie er nach dem Verlust seines Sehvermögens zu seinem Blindenführhund kam.

Ablauf nach einer akuten Hirnverletzung

Schädigung des Gehirns

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López (Betroffener)

Begleitung bei bürokratischen Herausforderungen

Herr López erhält Unterstützung bei administrativen Tätigkeiten, die ihm seit der Hirnverletzung schwerfallen. Dazu zählen unter anderem das Durchsehen der Post, das Ausfüllen von Anträgen sowie die Erstellung der Steuererklärung. Diese Hilfe ermöglicht ihm, wichtige Alltagsaufgaben zu bewältigen und selbstständig zu leben.

Ablauf nach einer akuten Hirnverletzung

Schädigung des Gehirns

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López (Betroffener)

Herr López hatte in öffentlichen Verkehrsmitteln immer wieder Blackouts

Aufgrund wiederkehrender Blackouts (Momente der mentalen Abwesenheit) verpasste Herr López regelmässig seine Haltestellen im öffentlichen Verkehr. Durch eine gezielte neuropsychologische Therapie lernte er, sich wieder selbstständig im öffentlichen Verkehr zurechtzufinden. Die Therapie bestand überwiegend aus strukturierten Übungen am Computer, die seine Orientierung und Aufmerksamkeit förderten und ihm dabei halfen, mehr Sicherheit im Alltag zu gewinnen.

Ablauf nach einer akuten Hirnverletzung

Schädigung des Gehirns

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López (Betroffener)

Herr López verlor dauerhaft sein Augenlicht – aber er lernte wieder zu laufen

Als Herr López in die Rehaklinik kam, sass er im Rollstuhl. Ihm war oft schwindlig, und er konnte sich Dinge nur sehr kurz merken. Der starke Schwindel führte dazu, dass ihm schlecht wurde und er sich übergeben musste. Dadurch verlor er viel Gewicht. In der Reha lernte er wieder zu laufen und sein Gedächtnis zu trainieren. Leider blieb sein Sehnerv, der durch die Hirnblutung verletzt wurde, dauerhaft geschädigt.

Ablauf nach einer akuten Hirnverletzung

Schädigung des Gehirns

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López (Betroffener)

«Ich weiss gar nichts mehr von dem»

Herr López erinnert sich weder an die Akutphase noch an Gespräche mit dem medizinischen Personal. Er kennt sein Verhalten und die Ereignisse nur aus den Erzählungen seiner Angehörigen.

Entscheidungsfindung

Schädigung des Gehirns

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López (Betroffener)

Seine Mutter wünschte, dass er eine Patientenverfügung verfasst.

Herr López verfasste auf Wunsch seiner Mutter eine Patientenverfügung, da er bereits zweimal in Lebensgefahr geraten war. Für ihn ist die Patientenverfügung ein leicht auszufüllendes Formular, das Angehörigen Klarheit verschafft.

Entscheidungsfindung

Schädigung des Gehirns

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López (Betroffener)

«Ich habe mein Leben Gott hingegeben»

Während der akuten Krankheitsphase erlebt Herr López panische Angstzustände. In Gedanken spricht er ununterbrochen Gebete, bis plötzlich Ruhe einkehrt und er das Gefühl hat, Gott zu spüren. Seither fühlt er sich eng mit dem Glauben verbunden.

Glaube, Religion und Spiritualität

Schädigung des Gehirns

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López (Betroffener)

«Ich frage immer zuerst Gott, wie ich es machen soll.»

Herr López hat tiefes Vertrauen in seinen Glauben. Vor Entscheidungen bittet er Gott um Rat und entscheidet dann, was das Beste für ihn ist.

Glaube, Religion und Spiritualität

Schädigung des Gehirns

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López (Betroffener)

Die Beeinträchtigung sichtbar machen

Herr López hatte aufgrund seiner Sehbeeinträchtigung einen Unfall im Strassenverkehr. Er ging davon aus, dass andere Menschen merken, dass er beeinträchtigt ist. Seit dem Unfall trägt er immer einen Langstock bei sich – einen weissen Stock, der Menschen mit Sehbehinderung als Hilfsmittel dient –, damit die Leute sehen, dass er nicht gut sieht.

Lehre und Strategien

Schädigung des Gehirns

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López (Betroffener)

Akzeptanz und Bewegung

Herr López hat gelernt, seine Situation zu akzeptieren. Diese Akzeptanz hilft ihm, damit umzugehen, dass er durch die Hirnverletzung manchmal verwirrt ist. Dadurch kann er heute auch über sich selbst lachen. Bewegung tut ihm ebenfalls gut. Besonders freut er sich darüber, einen Trainer gefunden zu haben, der selbst auf einen Blindenführhund angewiesen ist.

Lehre und Strategien

Schädigung des Gehirns

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López (Betroffener)

Die Hirnblutung führte zu einer Verletzung der Sehnerven

Herr López sieht nur noch Umrisse – wie durch ein Milchglas.

Herausforderungen nach einer Schädigung des Gehirns

Schädigung des Gehirns

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López (Betroffener)

Fahrkurse für Blinde und Sehbehinderte

Autofahren war für Herrn López stets ein grosses Hobby und vor dem Ereignis auch sein Beruf, den er als Transportfahrer ausübte. Um nach der Sehbeeinträchtigung wieder ein Gefühl fürs Fahren zu bekommen, nahm er an einem Fahrtraining für blinde und sehbehinderte Menschen teil.

Herausforderungen nach einer Schädigung des Gehirns

Schädigung des Gehirns

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López (Betroffener)

Aktiver Alltag und Lebensfreude

Herr López ist täglich viel mit seinem Blindenführhund unterwegs und beschreibt seinen Alltag als lustig. Er entschied sich gegen eine betreute Werkstatt, da ihm diese keine Freude bereitete.

Herausforderungen nach einer Schädigung des Gehirns

Schädigung des Gehirns

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