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Suter (Betroffener)

Herr Suter hatte im Januar 2020 eine Subarachnoidalblutung. Die Symptome begannen auf dem Betriebsfest, als er gerade im Badezimmer war. Er merkte sofort, dass etwas nicht stimmt, und rief seine Partnerin an. Als der Krankenwagen kam, war er noch ansprechbar, litt aber an einem Hörsturz und musste sich immer wieder übergeben. Er hatte insgesamt einen sehr guten Verlauf, wobei er erst im Rückblick realisierte, wie schlecht es ihm in der akuten Phase ging. Herr Suter war bei dem Ereignis 38 Jahre und arbeitete als Zimmermann. Er lebte zusammen mit seiner Partnerin und seiner Tochter, die bei dem Ereignis 5 war. Ein Jahr nach der Blutung ging es ihm so gut, dass er seinem Traum nachging und sich als Zimmermann selbstständig machte. Die Blutung lehrte ihn, dass das Leben jederzeit zu Ende sein kann. Er nahm seither Alltagsprobleme weniger ernst. Schwierige Situationen meisterte er mit viel Humor und dem Versuch, nicht alles zu hinterfragen. Das Interview fand im Mai 2021 online unter einer sehr schlechten Verbindung statt, weshalb es immer wieder zu Wortunterbrüchen und Verzögerungen kommt.

VIDEO

«Ich habe mich völlig überschätzt»

Rückblickend sieht Herr Suter, dass er seinen Gesundheitszustand besser einschätzte, als er war. Nachdem er über mehrere Wochen den gleichen Test wiederholte und die unterschiedlichen Resultate sah , wurde ihm erst bewusst, dass er sich während der akuten Krankheitsphase selbst überschätzte.

Video-Interview

TRANSKRIPTION

E: Und bei mir ist es nur neurologisch gewesen. Und ich habe das nicht wahrhaben können. Das ich nur … neurologische Defizite hatte. Weil ich das Gefühlt hatte, dass es mir gut sehr gut geht. Aber eigentlich ist es mir nicht so gut gegangen. Aber ich habe das gar nicht realisiert. Und das ist ein interessanter Prozess eigentlich. Eben. Weil, es ist dann fast blöd, dass es mir nicht so schlecht gegangen ist. Weil ich habe das dann gar nicht wahr genommen. Ich habe immer gedacht, “was soll ich denn da überhaupt?” auf der Intensivstation. Ich habe gedacht “ich muss doch gar nicht in die Reha, oder? Ich gehe jetzt heim”. … Es geht mir gut. Zwei Wochen Intensivstation wo ich nur gelegen bin, ich bin aufgestanden, und es ist (unverständlich: als wenn ich nie aufgestanden) wäre. Und ich habe, ich habe wirklich, also das einzige Problem, das ich habe, ich habe mich völlig überschätzt. Oder meine Leistung überschätzt. Weil ich habe das nicht wahrgenommen, dass es mir eigentlich schlecht geht, oder, das ich irgendwelche ja, das … die Hirnblutung, und das ist lustig/ (lachen) da ist dann manchmal eindrücklich bei der Reha. Aber wirklich, weil, es hat so Tests die man macht, und die macht man dann ein paar Wochen später auch. Und sie glauben das nicht, wenn/ als ich die Tests machte, habe ich gemeint, nie im Leben besser oder schneller, das geht gar nicht besser. Ich bin völlig an meiner Leistungsgrenze. Und ich habe das nicht wahrgenommen. Oder wahrnehmen wollen, dass ich noch nicht, dass ich noch wirklich z’weg (gut unterwegs) bin. Und dann (lachen) I: Das sie selber was sind? Ich habe es E: Das ich nicht gut z’weg (unterwegs) bin. I: Ja ja E: Ein paar Wochen später macht man ja genau die gleichen Tests noch einmal. Und das ist ja ein riesen Unterschied gewesen. Das ist, das ist mega eindrücklich gewesen, weil dann hat man das Schwarz auf Weiss und kann es gar nicht glauben, in was für einem Zustand man war, wo man in die Reha kam. Weil ich meinte, es geht mir super, oder? Bis ich mein Zimmer nicht mehr fand, bis ich merkte, dass ich ja erst einen Tag da war. Und ich meinte, ich wäre schon FÜNF Tage da. Und so völlig wirres Zeug. Das habe ich mega gemerkt. Dass ich so, so wirklich völlige Blackouts hatte. Drei Tage war ich da. Immer auf dem gleichen Zimmer, auf dem gleichen Stock und dann hatte ich keinen Plan mehr, wo ich war. Einfach umhergeirrt. Im falschen Stock gewesen. Und ich sagt, “ich weiss nicht mehr, wo ich hin muss, wirklich”. Und dann haben wir so (lachen) dann hatten wir so Schilder auf dem Tisch, da stand der Name drauf, die AHV-Nummer und das Eintrittsdatum. Und da (lachen) hat einer gefragt, wie lange ich schon da bin. Ich so: “ja, sechs Tage oder so”. Oder? Da sagt er, “ja, auf deinem Schild steht, dass du seit gestern da bist”. Ich so: “nein, das kann nicht sein. Das ist, das ist ein Druckfehler oder so.”, unglaublich. Und nachher habe ich die WhatsApp angeschaut auf dem Natel (Mobiltelefon), wo ich auf dem Zimmer war, und habe geschaut, (unverständlich: ich so oh Gott), “ui, nein, ich bin wirklich seit gester da, weil mir ja alle geschrieben haben”, “viel Glück in der Reha … und ich konnte das nicht so (unverständlich: wahrnehmen), aber es sind so völlige kurze Blackouts gewesen.

Weitere Erfahrungen von Suter (Betroffener)

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Suter (Betroffener)

Herr Suter hatte im Januar 2020 eine Subarachnoidalblutung. Die Symptome begannen auf dem Betriebsfest, als er gerade im Badezimmer war. Er merkte sofort, dass etwas nicht stimmt, und rief seine Partnerin an. Als der Krankenwagen kam, war er noch ansprechbar, litt aber an einem Hörsturz und musste sich immer wieder übergeben. Er hatte insgesamt einen sehr guten Verlauf, wobei er erst im Rückblick realisierte, wie schlecht es ihm in der akuten Phase ging. Herr Suter war bei dem Ereignis 38 Jahre und arbeitete als Zimmermann. Er lebte zusammen mit seiner Partnerin und seiner Tochter, die bei dem Ereignis 5 war. Ein Jahr nach der Blutung ging es ihm so gut, dass er seinem Traum nachging und sich als Zimmermann selbstständig machte. Die Blutung lehrte ihn, dass das Leben jederzeit zu Ende sein kann. Er nahm seither Alltagsprobleme weniger ernst. Schwierige Situationen meisterte er mit viel Humor und dem Versuch, nicht alles zu hinterfragen. Das Interview fand im Mai 2021 online unter einer sehr schlechten Verbindung statt, weshalb es immer wieder zu Wortunterbrüchen und Verzögerungen kommt.

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Suter (Betroffener)

«Also es ist wirklich von Sekunde zu Sekunde schlimmer geworden»

Auf seiner Betriebsfeier riss das Aneurysma. Herr Suter hatte plötzlich stärkste Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Gleichgewichtsstörungen, Übelkeit und einen Hörsturz. Er kontaktierte seine Partnerin, die sofort den Krankenwagen rief.

Krankheitserleben

Schädigung des Gehirns

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Suter (Betroffener)

Die erste Dusche danach!

Die Überwachung auf der Intensivstation gab Herrn Suter das Gefühl, in einem Hochsicherheitstrakt zu leben. Als er nach zwei Wochen wieder duschen durfte, konnte er sein Glück nicht fassen.

Krankheitserleben

Schädigung des Gehirns

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Suter (Betroffener)

«Ich habe mich völlig überschätzt»

Rückblickend sieht Herr Suter, dass er seinen Gesundheitszustand besser einschätzte, als er war. Nachdem er über mehrere Wochen den gleichen Test wiederholte und die unterschiedlichen Resultate sah , wurde ihm erst bewusst, dass er sich während der akuten Krankheitsphase selbst überschätzte.

Krankheitserleben

Schädigung des Gehirns

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Suter (Betroffener)

Und dann wurde es «noch einmal sehr kritisch»

Nach der Operation stieg der Druck im Kopf von Herrn Suter weiter an, so dass er noch eine Sonde brauchte, um Hirnflüssigkeit abzulassen.

Krankheitserleben

Schädigung des Gehirns

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Suter (Betroffener)

Beim Abschied von seiner Familie hat er sich «auf das Sterben vorbereitet»

Als das Aneurysma platzte, wusste Herr Suter intuitiv, dass er vielleicht nicht überleben würde. Er verabschiedete sich von seiner Familie mit der Aussage, dass sie es auch ohne ihn schafft.

Krankheitserleben

Schädigung des Gehirns

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Suter (Betroffener)

«Eine Panikattacke irgendwie aus dem Nichts»

Herr Suter erinnert sich an eine Panikattacke, als er wieder zu Hause war. Er hätte am liebsten die Ambulanz gerufen. Seine Frau konnte ihn beruhigen.

Herausforderungen nach einer Schädigung des Gehirns

Schädigung des Gehirns

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Suter (Betroffener)

Herr Suter machte sich ein Jahr nach dem Blutungsereignis selbstständig

Herr Suter hatte einen gestaffelten Arbeitseinstieg und stieg rückblickend viel zu schnell in die Arbeitswelt ein. Erst mit viel Abstand sieht er, dass er sich mehr Zeit hätte nehmen sollen.

Herausforderungen nach einer Schädigung des Gehirns

Schädigung des Gehirns

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Suter (Betroffener)

«Für meine Frau ist es mit Abstand am schlimmsten gewesen»

Herr Suter beschreibt den Blickwinkel seiner Frau, die als Aussenstehende einfach nur abwarten konnte, ohne zu wissen, wie es ihrem Mann nach der Operation geht.

Auswirkung für Angehörige

Schädigung des Gehirns

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Suter (Betroffener)

Seine Tochter war noch zu klein, um den Ernst der Lage zu realisieren

Als Herr Suter ins Krankenhaus eingeliefert wurde, war seine Tochter fünf Jahre - alt genug um zu verstehen, dass etwas passiert war, zu jung, um das Ausmass einschätzen zu können.

Auswirkung für Angehörige

Schädigung des Gehirns

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Suter (Betroffener)

«Es geht mir jetzt besser als vorher»

Nachdem Herr Suter am eigenen Körper erfuhr, wie schnell das Leben zu Ende sein kann, schenkt er Alltagssorgen weniger Gewicht.

Lehre und Strategien

Schädigung des Gehirns

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Suter (Betroffener)

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Herr Suter hinterfragt nicht viel und versucht auch schwere Situationen mit Humor zu nehmen. Es hilft ihm, wenn er sich auf Positives konzentriert.

Lehre und Strategien

Schädigung des Gehirns

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Suter (Betroffener)

Am schlimmsten war das Liegen

Herr Suter fand es schrecklich, zwei Wochen liegen zu müssen. Er ist sich bewusst, dass dies im Vergleich zur Diagnose ein kleines Problem ist.

Ablauf nach einer akuten Hirnverletzung

Schädigung des Gehirns

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Suter (Betroffener)

Herr Suter äussert sich über das Pflegepersonal sehr begeistert

Herr Suter betont, wie gut und motiviert er im Spital umsorgt wurde. Er sieht auch, dass sich diese Fürsorge positiv auf den Heilungsprozess auswirkt.

Ablauf nach einer akuten Hirnverletzung

Schädigung des Gehirns

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Suter (Betroffener)

Die Reha «bringt einem extrem viel»

Herr Suter sieht rückwirkend, wie sehr die Rehabilitation seinen Heilungsprozess unterstützte, auch wenn er das am Anfang unterschätzt hat. Die Zeit, sich ausserhalb des Alltags auf die Genesung zu Konzentrieren, war für ihn sehr wichtig.

Ablauf nach einer akuten Hirnverletzung

Schädigung des Gehirns

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Suter (Betroffener)

"Du darfst gar nichts"

Herr Suter beschreibt, wie er während dem Aufenthalt auf der Intensivstation monitorisiert wurde und spricht von der "totalen Überwachung".

Ablauf nach einer akuten Hirnverletzung

Schädigung des Gehirns

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Suter (Betroffener)

Herr Suter schätzt klare Kommunikation

Herr Suter erlebte die Gespräche mit dem ärztlichen Dienst als fürsorglich und direkt und betont, wie wichtig dies ist.

Entscheidungsfindung

Schädigung des Gehirns

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Suter (Betroffener)

Ich hatte eine "Bilderbuch-Hirnblutung"

Herr Suter ist dankbar über seinen Krankheitsverlauf - besonders im Vergleich zu den schwer betroffenen Menschen, die er in der Rehaklinik sah.

Entscheidungsfindung

Schädigung des Gehirns

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Suter (Betroffener)

Ich bin sehr einfach gestrickt

Herr Suter vergleicht sich mit der Zeit vor der Blutung. Es ist ihm wichtig, nicht viel zu hinterfragen und sieht dies auch als Fähigkeit zur Krankheitsbewältigung.

Identität

Schädigung des Gehirns

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Suter (Betroffener)

"Ich bin offen für alles. Ausser für Religion"

Herr Suter distanziert sich von religiösen und spirituellen Gedanken und akzeptiert "Pech", ohne dies spirituell einzuordnen.

Glaube, Religion und Spiritualität

Schädigung des Gehirns

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