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Urs C.

Urs C. ist mit Mariella C. verheiratet, die an Morbus Parkinson erkrankt ist und mit der Tiefen Hirnstimulation behandelt wird. Er ist froh, dass seine Frau noch aktiv am sozialen Leben teilnimmt und sich nach dem Ausstieg aus dem Beruf, eigene Aufgaben geschaffen hat. Urs C. gewinnt der Erkrankung von Mariella C. auch positive Seiten ab, vor allem, dass der Zusammenhalt in der Familie seitdem stärker geworden ist. Er sorgt dafür, dass er sich Freiräume im Alltag erhält, in denen er eigenen Interessen und Bedürfnissen nachgehen kann.

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Sich näher fühlen

Die Parkinsonerkrankung bringt Urs C. und seine Frau noch näher zusammen.

Video-Interview

TRANSKRIPTION

Mariella C.: Ich denke, ich kann doch nicht immer bei meinem Mann kleben. Urs C.: Nein, wir können auch nicht immer in der Wohnung sein miteinander. Sie ist manchmal stundenlang am Stricken und sitzt dort drin. Dann muss ich Bewegung haben. Dann gehe ich einmal hinaus und mache etwas und ich habe immer etwas zu tun. Interviewerin: Ja, das ist schön. Also wenn man Spass zusammen und separat hat, das ist doch perfekt, oder? Mariella C.: Ja. Urs C.: Ja. Interviewerin: Die zwei Sachen zu haben. Mariella C.: Das muss schon sein. Interviewerin: Genau. Mariella C.: Sonst regt man einander auf. Urs C.: Ja. Interviewerin: Ja. Mariella C.: Mit der Zeit. Urs C.: Zu lange beieinander, immer nur aufeinander konzentriert sein, das möchte ich nicht. Interviewerin: Ja, ich verstehe. Urs C.: Ich habe meine Freiheit, sie ihre Freiheit und [...] beim Essen sind wir zusammen. Wir spazieren jeden Tag ein bisschen, ein paar 100 Meter miteinander, gehen auf einen kleinen Hügel in der Nähe, mit dem Fahrrad zu unserer Tochter hinauf, nach K [Ort]. Und so haben wir auch unsere gemeinsamen Sachen zusammen. Und wir haben aber sonst getrennte Zimmer. Sie hat ein Zimmer, weil sie in der Nacht ein bisschen unruhig ist, aufsteht, drei-, vier-, fünfmal und ich möchte dann meine Ruhe haben. Im Hotel sind wir natürlich immer wieder zusammen. Dann habe ich meine Ohrstöpsel. Interviewerin: Also zum Schlafen? Urs C.: Schliesse mich ein bisschen ab. Damit ich schlafen kann. I: Also sie schlafen separat, weil Sie besser so schlafen können? Urs C.: Genau. Ja. Ja, ja, genau. Interviewerin: Also gut schlafen, ist etwas Wichtiges. Mariella C.: Wichtig, ja. Urs C.: Aber wir haben eigentlich nie Streit miteinander. Ein paar Diskussionen gibt es immer, aber Streit haben wir nicht. Interviewerin: Das kann ich sehen. Mariella C.: Ja, nicht mehr. Urs C.: Nicht mehr, ja, genau. Mariella C.: Muss man sagen. Urs C.: Die Krankheit, die bringt uns auch noch enger zusammen, gell? Ja. Mariella C.: Ja, es lohnt sich nicht, also für mich nicht mehr [sich zu streiten]. Urs C.: Nein. Mariella C.: Streit. Urs C.: Nein, sie ist nicht streitsüchtig. Interviewerin: Das ist gut. Urs C.: Da habe ich es sehr gut mit meiner Frau, ja.

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Urs C.

Urs C. ist mit Mariella C. verheiratet, die an Morbus Parkinson erkrankt ist und mit der Tiefen Hirnstimulation behandelt wird. Er ist froh, dass seine Frau noch aktiv am sozialen Leben teilnimmt und sich nach dem Ausstieg aus dem Beruf, eigene Aufgaben geschaffen hat. Urs C. gewinnt der Erkrankung von Mariella C. auch positive Seiten ab, vor allem, dass der Zusammenhalt in der Familie seitdem stärker geworden ist. Er sorgt dafür, dass er sich Freiräume im Alltag erhält, in denen er eigenen Interessen und Bedürfnissen nachgehen kann.

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